ST/Jakob - Feuerwehr Oberlienz

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St. Jakob im Defereggental

23.08.2011  20:52

Oberflächen-Feuer unter Kontrolle - Kampf gegen Glutnester geht weiter

Ein am Dienstagnachmittag entdeckter Waldbrand in St. Jakob in Osttirol könnte noch Tage lodern. In der Nacht hat sich der Brand noch vergrößert.



St. Jakob in Defereggen – Einsatzkräfte kämpfen seit Mittwoch früh gegen einen Waldbrand im Trojeralmtal bei St. Jakob in Osttirol. Die Flammen in dem Zirbenwald im Nationalparkgebiet erstrecken sich über einen Bereich von acht bis zehn Hektar. Der Brand wurde am späten Dienstagnachmittag von einem italienischen Jagdgast gemeldet. „Wir wurden gegen 19.30 Uhr verständigt und konnten am Abend lediglich noch einen Erkundungsflug durchführen“, erklärt der Bürgermeister von St. Jakob, Tirols FP-Chef Gerald Hauser. An eine Brandbekämpfung war aufgrund der einbrechenden Dunkelheit aber nicht mehr zu denken.

Die Feuer hatten sich über die Nacht noch ausgeweitet. „Wie groß die Fläche genau ist, können wir derzeit noch nicht sagen“, sagt Hauser. Seit 5.30 Uhr kämpft die Freiwillige Feuerwehr St. Jakob in etwa 2000 Meter Höhe gegen die Flammen an. Der erste Hubschrauber begann bereits um 7 Uhr mit Löschflügen und ein zweiter Helikopter stand wenig später ebenfalls im Löscheinsatz. Zudem wurden die Feuerwehren von Hopfgarten und St. Veit zur Unterstützung angefordert. Aus Nikolsdorf wurde ein Löschwasserbehälter zur Trojeralm geflogen.

Schwierige Lösch-Bedingungen

Trotz des großen Einsatzes von Menschen und Material gestalten sich die Löscharbeiten schwierig: „Es ist bereits jetzt um kurz nach 9 Uhr sehr warm. Zudem hat sich der Wind gedreht und die Feuer befinden sich in sehr steilem Gelände“, berichtet Hauser, aus der Einsatzzentrale in St. Jakob. Mit einem schnellen Erfolg rechnen die Brandbekämpfer nicht: „Der Kommandant geht nicht davon aus, dass das Feuer am Mittwoch zur Gänze unter Kontrolle zu bringen sein wird.“ Ganz im Gegenteil: Um ein Ausweiten der Brände in Richtung Tal und damit in bewohntes Gebiet zu verhindern, werde von den Hubschraubern zur Sicherheit ein Wasserteppich gelegt.

Am Mittwochvormittag wurde aus Klagenfurt ein weiterer Hubschrauber angefordert. Die “Libelle Klagenfurt“ unterstützt ebenfalls die Löscharbeiten aus der Luft.

Feuerwehrmänner angeseilt

Besonders schwierig gestalten sich die Löscharbeiten aber am Boden. Feuerwehrleute müssen angeseilt ihre Arbeit verrichten. Auch die Bergrettung steht daher im Einsatz.

Das Wasser aus dem Dreialmbach muss für die Löscharbeiten über lange Schlauchleitungen zum Einsatzort gepumpt werden. In dem Gebiet können sich die Feuerwehrleute nur über Funk verständigen. Ein funktionierendes Handynetz gibt es dort nicht. Im Einsatz stehen rund 70 Mann der Feuerwehren, Bergrettung und freiwillige Helfer.

Brand an der Oberfläche unter Kontrolle

Am Nachmittag konnte schließlich Entwarnung gegeben werden. Die Brände an der Oberfläche waren unter Kontrolle. Allerdings geht der Kampf gegen Glutnester und damit gegen ein erneutes Aufflammen der Brände weiter. Der Hubschrauber aus Villach wurde inzwischen durch einen Militärhubschrauber ersetzt. Die Löschflüge sollen am Mittwoch noch bis 18 Uhr durchgeführt werden. Die Feuerwehrmänner stehen noch bis zum Einbruch der Dunkelheit im Einsatz.

Morgen werden die Feuerwehren, die am Mittwoch im Einsatz standen, von Kollegen aus Matrei, Virgen, Prägraten und Kals abgelöst. Vor allem deshalb, da sich viele der Helfer für den Einsatz extra Urlaub genommen hatten.

Kontrolliertes Abbrennen außer Kontrolle geraten

Dass Weideräumungsarbeiten mit gezieltem Abbrennen durch eine Firma der Auslöser für den Waldbrand sind, scheint immer wahrscheinlicher. Laut Gerald Hauser waren am Dienstag Sträucher von den Weiden entfernt, auf einen Haufen gelegt und wegen des unwegsamen Geländes angezündet worden. Eines dieser kontrollierten Feuer sei durch einen Windstoß außer Kontrolle geraten und habe auf den angrenzenden Wald übergegriffen. (tt.com)

 
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